Von Bären, Lachsen und anderen Begegnungen

Auf dem Cassiar Highway nach Süden. Begegnungen mit Bären, Lachsen und netten Menschen. Verschlafene Orte, Gletscher und echt gutes Frühstück

Cassiar Highway
Cassiar Highway

Nach dem Yukon ging es auf dem Cassiar Highway Richtung Süden. Eine Strasse die als „Remote Highway“ deklariert und landschaftlich ein absoluter Höhepunkt ist. Es wurde wieder bergiger und es gab auch Ansätze von Kurven. Uns hat dieser Teil bisher, neben dem Denali und dem Top of the World Highway, am besten gefallen.

abgebrannter Wald
brennender Wald

Gleich zu Beginn sahen wir wieder, wie auch schon bisher des Öfteren, große Flächen abgebrannter Wald. Doch diesmal roch es noch verkohlt, die Brände waren noch nicht lange her. Später sahen wir dann auch Rauch über dem Wald. Es ist schon gespenstig, durch riesige Gebiete zu fahren, in denen schwarze Baumstämme ohne Äste stehen.

Jade City
Bell II Lodge

Orte und Tankstellen waren recht klein. Jade City besteht nur aus der Mine und dem Shop.
Auf dem Highway haben wir einen Schwarzbären gesehen. Er stand im Strassengraben, ist aber gleich geflüchtet, als wir angehalten haben. Es sollte nicht der letzte Bär gewesen sein.

Meziadin Lake
Trinkwasser am Campground

Am Meziadin Lake fanden wir wieder einen traumhaften Campground direkt am See mit privatem Strand 🙂 Nach Schwimmen war uns aber nicht, doch etwas zu kühl. Für Trinkwasser musste man ordentlich pumpen. Abends hat es kräftig gewindet, so stark, dass ich zum ersten mal das Zelt abgespannt habe. Dafür gab es keine Mücken. Am nächsten Morgen war das genau umgekehrt.

Umzug mit Kaktus

Hier haben wir zwei sehr nette Jungs aus Amerika getroffen. Sie waren unterwegs nach Anchorage, mit Sack und Pack. Einer von beiden ist umgezogen und ganz wichtig war ihnen ihr Kaktus. Sie meinten, der Kaktus braucht Sonne, deshalb haben sie ihn als Sonnen-Garant immer dabei. Der Andere war sogar schon in Landau. Wir haben uns eine Weile unterhalten, viel gelacht und schließlich sind sie weiter gezogen und haben uns noch zwei Cookies geschenkt.


Vom Meziadin Lake ging es nach Stewart entlang vieler Gletscher. Wir hätten alle paar Meter stehen bleiben können, um einen Gletscher zu fotographieren, traumhaft. Allerdings war das Wetter nicht besonders und die Vorhersage kündigte Regen an. Deshalb haben wir uns in Stewart in ein Motel einquartiert und zwei Nächte gebucht.

Bear Glacier
Gletscher am Highway
Gletscher am Highway



Stewart (600 Einwohner) und Hyder (100 Einwohner) sind zwei sehr nette und verschlafene Orte in der Portland Bay. Hyder gehört zu den USA, kann aber nur von Stewart aus angefahren werden. Es bezeichnet sich selbst als die „friendliest ghosttown in Alaska“. Hier kann man zollfrei einkaufen, wir wissen zwar nicht was, weshalb an der Grenze in Richtung Kanada kontrolliert wird. Nach Hyder in die USA gibt es keine Kontrolle. Wahrscheinlich der einzige Grenzübergang in die USA, an dem nicht kontrolliert wird. Gerade als wir kontrolliert wurden, ist hinter uns ein Schwarzbär mit zwei Jungen über die Strasse gelaufen, mitten durch den Ort.
Es gibt sehr nette kleine Läden (Gift-Shop) und gemütliche Möglichkeiten zum Essen. Und es gab richtiges und frisch gebackenes Brot zu kaufen. Und ganz wichtig, wir konnten in einem sehr netten Laden richtig gut Frühstücken gehen. Was eine Seltenheit ist.

Stewart
Haus in Hyder
Ende der Portland Bay
Frühstück in Steward



Das Highlight ist die Fish Creek Observation Site, einige Kilometer auf der Schotterstrasse nach Hyder. An dieser Stelle laichen die Lachse und das lockt natürlich die Bären an. Es wurde extra ein Holzsteg gebaut, von dem aus die Touristen gefahrenlos die Bären beobachten können. Gefahr besteht wohl trotzdem, denn die Bären überqueren genau an der Stelle die Strasse um zum Fluss zu kommen, weshalb die Ranger auch etwas nervös reagieren, wenn man auf der Strasse rumspaziert. Wegen einer Baustelle musste ein Arbeiter zum Fluss runter, er wurde durch jemanden mit Gewehr abgesichert, die Gefahr ist wohl nicht zu unterschätzen. Zwischen Hyder und der Observation Site ist auch eine Baustelle. Ich habe eine Bauarbeiterin gefragt, ob sie sich keine Sorgen wegen der Bären macht. Die Antwort: „Darüber reden wir nicht“ 🙂

Auf jeden Fall gab es viele, viele Lachse zu sehen. Es wimmelte gerade zu im Wasser. Da es glasklar und flach ist, sind sie auch gut zu sehen. Und es stinkt nach totem Fisch. Die Lachse sterben nach dem Laichen und überall liegen die toten Fische rum, es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld. Wir hatten Glück, es dauerte nicht lange, da kam auch schon ein Grizzly den Bach runter. Das Überangebot an Fisch war im anzumerken. Etwas gelangweilt schaute er sich um und ganz langsam versuchte er, einen Fisch zu fangen. Als das nicht gelang, hat er einen toten Fisch gegessen. Dann versuchte er es nochmal und ist wohl aus Versehen auf einen draufgetreten, der nicht schnell genug weg geschwommen ist. Er hatte plötzlich einen Lachs in den Klauen und konnte einen frischen Fisch essen. Auf jeden Fall ein euphorisierendes Erlebnis, einen Bären in freier Wildbahn zu beobachten. Ich hätte den ganzen Tag dort bleiben können.

Fish Creek Observation
Laichende Lachse
Leichen der Lachse
Leichen gefledderte Lachse
Meister Petz kommt
lecker Grünzeug
Jäger und Gejagte
oder doch Fertiggerichte?
Mahlzeit
Auf der Jagd
erwischt
frischer Fisch
"Sterbe-Bett"
Baustellen Security



Hier haben wir noch Cindy und Bill aus Fort Myers in Florida getroffen. Bill fährt auch eine 800er und hat, wie viele andere, Probleme mit der Sitzbank. Die neue Sitzbank, die er sich gekauft hat, ist höher, weswegen er nicht mehr richtig auf den Boden gekommen ist und deshalb den Federweg verkürzt hat. Nun ist er gar nicht mehr zufrieden. Er hat meine 800er ausprobiert und war begeistert. Mal sehen, ob er sich jetzt auch eine Touratech Sitzbank kauft 🙂 Ich wurde eingeladen, bei ihnen zu Hause vorbei zu schauen, wenn ich in Florida angekommen bin.


Einige Kilometer weiter die Schotterpiste entlang kommt man zum Salmon Glacier. Anfangs ist die Piste teilweise eine üble Kraterlandschaft voller Schlaglöcher. Später ist sie wieder gut planiert. Und sie ist ein unglaubliches Erlebnis. Man fährt oberhalb an der Gletscherzunge entlang und hat phantastische Blicke auf den Gletscher unter sich. Irre! Leider hat es zugezogen und wir konnten sie nicht zu Ende fahren. Wir hatten bald die Wolkenuntergrenze erreicht und sind umgedreht, um nicht im Nebel fahren zu müssen.

Salmon Glacier
Salmon Glacier
Salmon Glacier
Salmon Glacier
Salmon Glacier



Am dritten Tag in Steward war das Wetter alles andere als gut. So sind wir bei 8 Grad und Regen weiter gefahren. Auf dem Weg haben wir wieder zwei Schwarzbären gesehen. Allerdings waren sie wieder schneller weg, als ich die Kamera auspacken konnte. Und um ehrlich zu sein, bei dem Regen wollte ich sie auch gar nicht auspacken. Und es war saukalt und auf einer Strecke von 200 km kam kein Haus, keine Raststätte oder sonst etwas, wo man mal anhalten und sich aufwärmen konnte. So sind wir in Hazelton wieder in ein Motel und hoffen für morgen auf besseres Wetter.

3 Gedanken zu „Von Bären, Lachsen und anderen Begegnungen“

  1. Hallo ihr zwei,

    Habe mit Begeisterung eure tollen Berichte gelesen und die Bilder angeschaut.
    Ich Drücke euch die Daumen, dass jetzt alles glatt läuft und ihr noch tolle Erlebnisse habt.

    Liebe Grüße an euch beide und noch ein dickes Bussi für mein Julchen

    Kerstin

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