Fahrt nach Seattle und Abschied von Julia

Stadt-Besichtigung in Victoria, Fahrt in die USA, entlang der Pazifik-Küste nach Seattle, großes Kino, traumhaftes Camping am See und Abschied von Julia.

Nach den schönen Tagen in Tofino haben wir uns, mit einem wehmütigen Gefühl verabschiedet und auf den Weg nach Victoria, der Hauptstadt von British Columbia, gemacht. Von hier wollten wir die Fähre nach Port Angeles in die USA nehmen. Beim Hafen haben wir Dylan aus der Schweiz getroffen, der einige Jahre, mit seinem Motorrad, in der ganzen Welt unterwegs ist.  Er wollte noch die Fähre am gleichen Abend in die USA nehmen. Wir hatten uns entschieden die Nacht in Victoria zu bleiben und die Stadt anzuschauen. Da es in der Nähe des Stadtzentrums keinen Campingplatz gibt, sind wir in ein Hotel. So konnten wir, in aller Ruhe und in normalen Klamotten, zu Fuß die Stadt erkunden. An einem Imbiss-Stand wurden wir, von der jungen Verkäuferin, in gebrochenem Deutsch gefragt, ob wir aus Deutschland seien. Sie erzählte uns, dass ihre Mutter aus Wuppertal ist. Irgendwie trifft man doch immer wieder auf die Deutschen 🙂

Victoria
Victoria
Victoria

Wir dachten, die Fahrt mit der Fähre ist genau so einfach, wie die Fähre nach Vancouver Island. So sind wir am nächsten Tag um 10:00 Uhr, eine halbe Stunde vor Abfahrt, zum Hafen. Tja, dumm gelaufen, die Fähre war voll, kein Platz für uns. Man konnte uns nicht mal garantieren, dass wir für die nächste Fähre um 15:00 Uhr einen Platz bekommen. Wir sollten in einer halben Stunde wieder kommen, dann könne man uns mehr sagen, so ein Mist. Wir blieben einfach mal beim Kassen-Häuschen und warteten. Und siehe da, plötzlich war doch noch ein Platz frei. Der amerikanische Zöllner wollte uns noch einen Strich durch die Rechnung machen, als er sah, dass mein Motorrad kein amerikanisches Kennzeichen hat. Als er hörte, dass wir, incl. Motorrad, in Alaska eingereist sind und alle Papiere haben, durften wir an Bord. So war die Wiedereinreise in die USA problemlos und einfach. Fingerabdrücke wurden auch nicht nochmal gescannt.

Von Port Angeles sind wir auf die 101 nach Westen zur Pazifik-Küste.Hier sieht es aus wie auf Vancouver Island, die Strasse führt durch einen Regenwald entlang des Olympic Nationalparkes. In Forks hielten wir an zum tanken. Und plötzlich war Julia völlig aus dem Häuschen. Als sie sah, wie der Indianer-Stamm in der Gegend heißt, realisierte sie, dass dies das Forks ist, in dem die Twilight-Saga spielt. In der Tankstelle, die gleichzeitig Supermarkt und Subway Fastfood ist, erfuhren wir, das hier schon einige Hollywood Filme gedreht wurden. Neben John Wayne Filme, wurden die Disney Filme in den 50ern und 60ern und auch Jurassic Park in der Gegend von Forks gedreht.
Einige Kilometer nach Forks fuhren wir direkt auf die Küste zu. Und plötzlich war die Sonne weg und wir fuhren im Nebel. Die Temperaturen sind schlagartig von 23 auf 12 Grad Celsius gefallen. Die Pazifik-Küste zeigte sich von ihrer „Besten“ Seite. Dafür war dadurch die Atmosphäre am Strand um so magischer.

Pazifik-Küste
Pazifik-Küste
Pazifik-Küste
Pazifik-Küste
Pazifik-Küste

Aufgrund der niedrigen Temperaturen und einer steifen Prise, entschieden wir uns weiter zu fahren und nicht an der Küste zu campen. Kaum etwas im Landesinneren war der Nebel weg, wir hatten blauen Himmel und wieder 23 Grad Celsius. Im Gebiet der Quinault Indianer fuhren wir an einen Campingplatz am See. Der Campingplatz war voll, der HOST meinte aber wir sollen in der Day use Area bleiben und das Zelt einfach am Strand aufstellen, wo immer wir wollen. Das war mal richtig cool und wir hatten, in dieser letzten gemeinsamen Camping-Nacht auf dieser Tour, einen genialen Platz am Wasser, Sonnenuntergang inclusive.

Familien-Ausflug
Sommenuntergang
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Morgens

Der nächste Tag spülte uns über die Interstate 5 nach Seattle ins Hotel am Flughafen. Furchtbar, dieser Verkehr, die Hektik, die große Stadt. Wir brachten meine 800er in eine BMW Werkstatt, da ich neue Reifen und Bremsbeläge brauchte. Hier lernten wir Stew kennen, der schon in Deutschland mit dem Motorrad unterwegs war. Er erklärte uns, wie wir, ohne Stau, nach Downtown an den Hafen kommen, wo wir schön zu Abend essen können. Hier ist es wirklich nett, es gibt nette Bars und Lokale. Wir tranken nach dem Essen noch  einen Kaffee in einer italienischen Bar, die von einem Türken geführt wird.

Seattle
Seattle
Seattle
Space Needle Seattle
Döner in Seattle
J&M Cafe Seattle

Am Tag darauf hieß es dann Abschied nehmen. Ich brachte Julia zum Flughafen und sie flog nach Hause, da ihr Urlaub zu Ende ist. Ein wirklich trauriger Tag. Und ein komisches Gefühl, jemanden an einem Flughafen im Ausland zu verabschieden und nicht zu fliegen, sondern zurück zu bleiben.

Wir hatten 5 tolle gemeinsame Wochen mit vielen schönen Erlebnissen. Aufregende, wie die Sache mit dem Zoll, waren auch dabei. Wir haben viele Wildtiere gesehen, traumhafte Landschaften und sehr nette Menschen kennen gelernt. Von Anchorage bis Seattle sind wir,  in 5 Wochen, 6.500 km gefahren. Wir kamen dabei durch

  • Alaska – the last frontier
  • Yukon – larger than life
  • British Columbia – beautiful British Columbia
  • Washington – evergreen state

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Touratech USA
Wasch-Tag

In Seattle war  ich noch bei Touratech-USA auf einen Kaffee und habe meine komplette Wäsche gewaschen.
Morgen geht es für mich alleine weiter. In den nächsten 6 Wochen werde ich, quer durch die Staaten, nach Florida fahren.

3 Gedanken zu „Fahrt nach Seattle und Abschied von Julia“

  1. Hi Marco,
    es ist schön zu lesen, dass Ihr 2 eine schöne gemeinsame Zeit mit vielen kleinen und großen Erlebnisse hattet.
    Die Bilder sind herrlich, strahlen eine wunderbare Ruhe aus, … vielleicht sollten wir unseren Unimog mal nach Amerika verschiffen.
    Wünsch Dir viel Spaß bei Deiner Tour quer durch Amerika, bin schon gespannt wo Du als nächstes verweilst.
    Liebe Grüße aus dem sonnigen Gaggenau (werde gleich Feierabend machen um auf der Terasse in „Afrika – unterwegs auf dem schwarzen Kontinent“ zu schmökern)
    Tine

  2. Hallo Marco, mir scheint, ihr beide habt viele tolle Erfahrungen und Erlebnisse aufgenommen und hoffentlich für „immer“ gespeíchert. Viele Grüße an Julia, die ja leider wieder zurück im heute grauen Deutschland ist.
    Marco, ich bin gespannt, wie Deine weitere Reise nach Florida verläuft. Nachdem ich schon seit fast 2 Wochen wieder bei der Arbeit bin und eine schöne Zeit in Florida schon hinter mir habe, bin ich gespannt, wie es Dir dort gefällt.
    Bleib‘ und gesund und bis Bald
    Charly

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