Bizarre Felsen in Utahs Süd-Osten

Neue Bekanntschaften und die atemberaubende Fahrt durch Zion, Bryce Canyon, Grand Staircase Escalante, Capitol Reef, Canyonlands, Arches und Monument Valley.

Der Süd-Osten von Utah ist eine einzige Sehenswürdigkeit. Eine atemberaubende Landschaft, die seinesgleichen sucht. Doch dazu später mehr.

Zion NP

Je weiter ich in Utah nach Süden gekommen bin, desto mehr veränderte sich die Landschaft zu dem, was ich mir unter Utah vorgestellt habe. Das erste Highlight war der Zion Nationalpark. Hier bin ich Danny aus Holland begegnet, der mit einem Amerikaner das Motorrad getauscht hat. So konnte er ohne Verschiffung oder Miete in den USA Motorrad fahren. Auf dem Campingplatz hatte ich auch nette Nachbarn, leider hab ich die Namen vergessen. Auf jeden Fall haben wir uns sehr lange unterhalten, der kleine Junge hieß Oliver, einer war Franzose und der Dritte aus L.A., so viel weiß ich noch.

Bryce Canyon

Die zweite Station war der Bryce Canyon. Hier war ich zwar schon mal, aber wenn es auf dem Weg liegt, kann ich auch rein schauen. Zum Glück, denn auf einem Parkplatz stand eine KLR, mit Alu-Koffer und Top Case voller Aufkleber und einer Deutschland Fahne. Es war Fred, der schon seit 2005 auf Weltreise ist. Wir haben uns eine Weile unterhalten, und festgestellt, dass wir die nächsten Tage die gleiche Route haben. Da er beim Essen war und ich auf jeden Fall noch am selben Tag ins Capitol Reef wollte, fuhr ich weiter. Wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja wieder.

little Cabins

Der Highway 12 vom Bryce zum Capitol Reef war der Hammer. Landschaftliche Eindrücke, die unvergleichlich sind. Ich versuchte noch im Campingplatz des Capitol Reef unterzukommen, aber wie auch schon im Zion, war der voll. Ich nutze die tief stehende Sonne, fotographierte die tief roten Felsen und fuhr ein Stück zurück zum letzten Campingplatz an dem ich vorbei gekommen bin. Und wer stand da, Fred, er hatte gerade eingecheckt. Der Zeltplatz kostete $25, die kleine Cabin $29, also nahmen wir beide je eine Cabin. Und wer stand plötzlich da, Cindy und Bill, die beiden hatten Julia und ich schon in Hyder, Alaska getroffen. Sie luden mich zum Abendessen in ihr Motorhome ein. So kam ich in den Genuss eines leckeren Steaks und Rotwein.

Fred und ich beschlossen, die nächsten Tage zusammen zu fahren. Das Capitol Reef hatte tolle Schluchten und etwas offroad zu bieten. Aber danach, der Highway 24 zum Canyonlands, das war die Fahrt durch das große Nichts. Ganz schön öde und gut nicht alleine zu sein. Wir gingen für zwei Nächte auf einen Campingplatz, von dem aus wir Canyonlands und Arches erreichen konnten.

Canyonlands

Canyonlands, Island in the Sky,  bietet tolle Aussichten auf die Canyons die vom Green und Colorado River geformt wurden. Und das von oben, mach braucht keinen Rundflug. Leider war die Sicht nicht besonders gut. Ein Ranger meinte, dass dies der Rauch ist, der von den Waldbränden in Idaho kommt. Na toll, das hatte ich doch schon mal.
Nach Canyonlands fuhren wir direkt nach Moab zum Essen. Dort trafen wir zwei aus München, die mit ihrem Landrover unterwegs sind.   Und man soll es nicht glauben, aber die waren auch schon mit Kati und Jens unterwegs, die wir in Alaska getroffen hatten. Die Welt ist klein 🙂

Double O Arche

Nach der Pause ging es in den Arches Nationalpark. Als erstes wollten wir zum Double Arche, den hatten uns die zwei aus München empfohlen. Blöderweise haben wir Double Arche und Double O Arche verwechselt. So hatten wir eine unfreiwillige Wanderung von 8 km in den Motorrad-Klamotten über einen felsigen Pfad mit kleinen Klettereinlagen. Aber dafür sensationelle Ausblicke. Aufgrund der Wanderung war es schon fast dunkel als wir zu den Motorrädern zurück kamen. So konnten wir nur noch ein schönes Nachtbild vom Balanced Rock machen und fuhren zum Campingplatz zurück.
Am nächsten Tag  sind wir gerade noch mal in den Arches Nationalpark und diesmal tatsächlich zum Double Arche. Anschließend ging es in den südlichen Teil des Canyonlands Nationalparks, The Needles. Auf dem Weg nahmen wir eine kleine Piste von den Utah Backcountry Discovery Routes. Bill meinte noch, dass die Pisten dort sehr sandig sind. Es war auch eine sandige Piste, aber mit festem Sand, auf dem man gut fahren konnte. Bis dann doch ganz überraschend die Stelle mit sehr weichem Sand kam. Ich hatte ganz schön zu tun um die BMW in der Spur zu halten. Fred hatte die Video-Kamera an und hat die Aktion gefilmt.

Ich kann leider keine Videos von der Fahrt mehr machen. Meine Helmkamera ist im Zion kaputt gegangen. Die Pins vom Stecker zwischen Kamera und Aufnahmeeinheit sind abgebrochen 🙁

Blick von der 261

Die Nacht verbrachten wir auf einem National Campground in einem schönen herbstlichen Wald. Der war wieder auf 2.500 hm und Abends war eine Mütze nötig. Doch am nächsten Tag ging es ins Monument Valley und da hatte es wieder über 30 grad Celsius. Auf dem Weg fuhren wir noch beim Natural Bridges National Monument vorbei. Erwähnenswert war die Fahrt über die 261 vom Campingplatz zum Monument Valley. Plötzlich standen wir an der Kante eines mehrere hundert Meter hohen Felsens. Eine Schotter-Strasse führte in Serpentinen hinab ins Tal.

Monument Valley

Im Monument Valley selbst gilt der National Pass für die Nationalparks nicht, da dieser Park unter der Verwaltung der Navajo Indianer steht. Mit dem Motorrad darf man auch nicht ins Tal fahren, sondern muss eine Tour buchen und extra zahlen.
Trotzdem auch hier wieder, Aussichten, eine Landschaft, Eindrücke, es ist unbeschreiblich. Allerdings fällt es mir schwer diese Eindrücke zu beschreiben. Und ich muss auch zugeben, dass ich an einer Reizüberflutung leide. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr Sehenswürdigkeiten anzuschauen, es war für mich jetzt doch zu viel, in zu kurzer Zeit. Anfangs war das alles hier noch ein unglaubliches Boah, Unglaublich und Wow. Doch inzwischen hat die Faszination nach gelassen.

Nach dem Monument Valley haben sich die Wege von Fred und mir getrennt. Er fuhr nach Osten, führ mich geht es nochmal nach Westen und dann weiter nach Süden.

Antelope Canyon

Und dann kam doch noch mal ein absolutes Wow-Erlebnis. Der Antelope Canyon. Ich wollte hier erst gar nicht hin. Der Canyon ist , wie das Monument Valley, unter der Verwaltung der Navajo Indianer. Ergo, der Nationalpark Pass wird nicht akzeptiert, alleine darf man auch nicht in den Canyon, sondern muss eine Tour mit Guide buchen. Zum Glück hab ich es gemacht, der absolute Hammer, irre, was das Wasser hier über Millionen von Jahren geformt hat. Mit Abstand das Beste, was ich südlich vom Yellowstone gesehen habe.

Colorado River Turn

Der Lake Powell Campground in Page erwies sich auch als gute Basis. An der Rezeption wurde direkt eine Tour für mich reserviert und ich wurde am Campingplatz abgeholt. So konnte ich ganz entspannt in kurzen Sachen den Canyon anschauen.
Zum Abschluss des Abends bin ich noch zum Colorado River Turn, die Stelle, an der der Colorado River eine 180 Grad Kehre macht. Auch ein sehr beeindruckender Anblick.

Ich hoffe die Bilder können die Eindrücke rüber bringen:

Ach ja, Touratech-USA hat meinen Besuch bei ADV-Rider erwähnt.

2 Gedanken zu „Bizarre Felsen in Utahs Süd-Osten“

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